Ressourcen / Akquise

Immobilien-Leads kaufen
oder selbst gewinnen?

Lead-Portale, Tippgeber und Agenturen liefern Eigentümer-Kontakte gegen Geld. Ein Bewertungsrechner und eigene Formulare liefern sie über deine Website. Hier steht, was beide Wege in der Immobilienakquise taugen, wo die rechtlichen Grenzen liegen und wie die Kontakte in dein CRM kommen.

8 Min Lesezeit · Stand: November 2026
Die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.
Kurz gesagt

Gekaufte Immobilien-Leads bringen sofort Kontakte, sind aber oft nicht exklusiv, und die Einwilligung des Eigentümers muss dich als Anrufer abdecken. Selbst gewonnene Leads brauchen Vorlauf und eine Website mit Besuchern. Dafür gehören sie dir allein. Welcher Weg sich lohnt, zeigt die Rechnung Kosten pro Auftrag je Quelle, und dafür muss jede Quelle im CRM erkennbar sein.

Was ist ein Immobilien-Lead?

Ein Immobilien-Lead ist ein Kontakt, der Interesse an einer Immobilie oder einer Maklerleistung gezeigt und dabei seine Kontaktdaten hinterlassen hat. Für Makler zählen zwei Arten.

Der Eigentümer-Lead (auch Verkäufer-Lead) besitzt eine Immobilie und denkt über Verkauf oder Vermietung nach. Typischer Auslöser ist die Frage nach dem Wert. Aus diesem Kontakt kann ein Vermittlungsauftrag werden, deshalb ist er teuer und umkämpft.

Der Interessenten-Lead sucht eine Immobilie zum Kauf oder zur Miete. Diese Anfragen kommen meist von selbst, sobald du Objekte inserierst. Wertvoll werden sie als Suchprofil, mit dem du später passende Objekte schneller vermittelst.

Wer von „Immobilien-Leads kaufen" spricht, meint fast immer Eigentümer-Leads. Um die geht es in diesem Ratgeber. Und ein Lead ist noch kein Auftrag: Name und Telefonnummer allein sagen wenig. Brauchbar wird er, wenn Objektart, Adresse, Verkaufsabsicht und Zeitrahmen bekannt sind.

Immobilien-Leads kaufen über Portale, Tippgeber oder Agenturen

Lead-Portale

Bewertungs- und Vergleichsportale werben bundesweit um Eigentümer, meist mit einer kostenlosen Online-Bewertung. Die Anfragen verkaufen sie an Makler in der jeweiligen Region. Abgerechnet wird je nach Anbieter pro Lead, über ein monatliches Kontingent oder über eine Beteiligung an deiner Provision im Erfolgsfall.

Öffentliche Preislisten sind selten. Leadsagentur.de, ein Anbieter, der selbst Leads verkauft, nennt auf seiner Seite für Immobilienmakler 35–120 € für einen Verkäufer-Lead (abgerufen im Oktober 2026). Das ist die Angabe eines Verkäufers. Einen unabhängig erhobenen Marktdurchschnitt für Deutschland haben wir nicht gefunden.

Spricht dafür

Kontakte kommen ab dem ersten Tag, auch ohne eigene Reichweite. Menge und Gebiet kannst du steuern.

Spricht dagegen

Viele Portale geben eine Anfrage an mehrere Makler weiter, dann rufst du im Wettlauf an. Wer eine kostenlose Bewertung anfragt, will nicht zwingend verkaufen. Gesucht hat der Eigentümer das Portal, dich kennt er beim ersten Anruf noch nicht. Und sobald du aufhörst zu zahlen, endet der Zufluss.

Tippgeber

Tippgeber erfahren von einem geplanten Verkauf und vermitteln dir den Kontakt: Hausverwalter, Handwerker, Bankberater, Nachbarn, frühere Kunden. Bezahlt wird meist eine Prämie, wenn aus dem Tipp ein Auftrag oder ein Verkauf wird. Die Höhe legst du selbst fest.

Spricht dafür

Du zahlst nur bei Erfolg, und der Kontakt kommt mit einer persönlichen Empfehlung.

Spricht dagegen

Schwer planbar, ein Netzwerk aufzubauen dauert. Der Tippgeber gibt Daten eines Dritten weiter. Rufe erst an, wenn der Eigentümer selbst zugestimmt hat. Sicherer ist der umgekehrte Weg: Der Tippgeber gibt dem Eigentümer deine Nummer.

Lead-Agenturen

Agenturen schalten in deinem Namen Anzeigen, meist bei Meta oder Google, und leiten Interessierte auf eine Landingpage mit Bewertungsformular. Du zahlst ein Honorar und das Werbebudget. Streng genommen kaufst du hier eine Kampagne, deren Anfragen bei dir landen.

Spricht dafür

Die Anfragen entstehen auf deinen Namen und gehen an kein anderes Büro. Du siehst, welche Anzeigen in deiner Region Eigentümer erreichen.

Spricht dagegen

Oft Mindestlaufzeiten, das Werbebudget kommt zum Honorar dazu. Wer über eine Anzeige kommt, ist häufig früher in der Entscheidung als jemand, der aktiv einen Makler sucht. Klär vor Vertragsschluss, was nach dem Ende bei dir bleibt: Anzeigenkonto, Zielgruppen, Landingpage, Lead-Daten.

Was DSGVO und UWG bei gekauften Leads verlangen

Eigentümer sind in aller Regel Verbraucher. Ein Anruf, mit dem du deine Maklerleistung anbietest, ist Telefonwerbung. Ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist er nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG eine unzumutbare Belästigung. Für Werbe-E-Mails gilt nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG dasselbe. Das betrifft auch gekaufte Leads: Die Einwilligung muss sich auf dich als Anrufer beziehen. Ein Text, der nur allgemein von „Partnern" spricht, ist ein Risiko, das du trägst.

Wer mit einem Telefonanruf bei Verbrauchern wirbt, muss deren Einwilligung dokumentieren und fünf Jahre aufbewahren (§ 7a UWG). Lass dir vom Anbieter zu jedem Lead den Einwilligungstext, das Formular und den Zeitpunkt geben, und speichere das beim Kontakt im CRM.

Datenschutzrechtlich wirst du mit dem Kauf Verantwortlicher für die Daten. Stützt du dich auf eine Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO), musst du sie nachweisen können (Art. 7 Abs. 1 DSGVO). Weil die Daten nicht bei dir erhoben wurden, informierst du den Eigentümer spätestens beim ersten Kontakt nach Art. 14 DSGVO, unter anderem darüber, aus welcher Quelle die Daten stammen.

Listen mit Eigentümer-Telefonnummern ohne Einwilligung taugen für die Kaltakquise nicht. Wie du Daten aus eigenen Formularen sauber verarbeitest, steht im Ratgeber DSGVO und Lead-Generierung für Makler.

Immobilien-Leads selbst gewinnen

Selbst gewonnene Leads entstehen auf deiner Website. Den Einwilligungstext formulierst du selbst, auf dich, und die Anfrage geht an kein anderes Büro. Der Preis dafür ist Vorlauf: Ohne Besucher liefert auch das beste Formular nichts.

Bewertungsrechner auf der eigenen Website

Eigentümer suchen nach dem Wert ihrer Immobilie, lange bevor sie einen Makler anrufen. Ein Bewertungsrechner fragt Objektart, Adresse, Zustand und Verkaufsabsicht ab, die Kontaktdaten kommen am Schluss. So weißt du vor dem Anruf, worum es geht.

Solche Rechner gibt es von mehreren Anbietern. Prüfe beim Vergleich, ob das Widget unter deiner Marke läuft, wo die Server stehen, ob ein AVV dabei ist und ob die Anfrage direkt in dein CRM geht. Eine Option ist das Casalead Bewertungs-Widget: sieben Schritte, kein automatischer Sofortpreis, du meldest dich persönlich mit deiner Einschätzung.

Tippgeber-Formular

Tipps per WhatsApp oder Zuruf gehen verloren. Ein Formular auf deiner Website nimmt Adresse, Anlass und die Kontaktdaten des Tippgebers strukturiert auf. Den Link kannst du Hausverwaltern, Handwerkern und früheren Kunden schicken oder in die E-Mail-Signatur setzen. Im Casalead Formular-Baukasten ist ein Tippgeber-Ablauf als Vorlage enthalten.

Lokale Inhalte

Eigentümer suchen mit Ortsbezug: „Haus verkaufen Reutlingen", „Makler Stadtteil". Seiten zu deinem Gebiet mit eigenen Verkaufsfällen, Ratgeber zu Erbschaft, Scheidung oder Verkauf im Alter und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil bringen genau diese Besucher. Wie die Website dafür aufgebaut sein sollte, steht im Ratgeber Makler-Website.

Social Media

Beiträge über verkaufte Objekte, Abläufe und Preisentwicklung in deiner Region machen dich bei Eigentümern bekannt, bevor sie einen Makler brauchen. Damit daraus Leads werden, verlinkst du im Profil und in den Beiträgen auf den Bewertungsrechner. Mehr dazu im Ratgeber Social Media für Makler. Einen Schritt-für-Schritt-Plan für alle Kanäle findest du im Leitfaden Eigentümer-Akquise.

Wann kaufen, wann selbst gewinnen?

Die meisten Büros fahren mit einer Mischung gut. Diese Situationen helfen bei der Gewichtung.

Deine Lage Eher so
Neu in einer Region, dort noch keine Reichweite Gekaufte Leads oder Agentur für die ersten Monate, parallel Website und Bewertungsrechner aufbauen
Website hat regelmäßig Besucher aus deinem Gebiet Selbst gewinnen: ein Bewertungsrechner macht aus vorhandenen Besuchern Anfragen
Käufer warten, dir fehlen kurzfristig Objekte Gekaufte Leads ergänzend, möglichst exklusiv
Wenig Budget, aber Zeit Selbst gewinnen, Tippgeber-Netzwerk aufbauen
Budget vorhanden, keine Zeit für Inhalte Agentur, mit schriftlicher Regel, was dir nach Vertragsende gehört

Vergleiche die Quellen über die Kosten pro Auftrag. Nimm alle Kosten einer Quelle über drei Monate: Leadpreise, Honorar, Werbebudget, Software und deine eigene Zeit. Teile sie durch die Vermittlungsaufträge aus dieser Quelle. Ein günstiger Lead, den vier andere Makler auch bekommen haben, kann am Ende teurer sein als ein Rechner auf deiner Website.

Wie Leads ins CRM kommen

Jeder Lead braucht im CRM eine Quelle, etwa „Portal", „Tippgeber Müller", „Website-Rechner" oder „Kampagne Frühjahr". Ohne dieses Feld lässt sich die Rechnung oben nicht aufstellen. Speichere beim Kontakt außerdem den Einwilligungsnachweis: Text, Formular, Zeitpunkt.

Gekaufte Leads und Agentur-Anfragen kommen oft per E-Mail oder als Tabelle. Dann tippst du ab oder importierst, und der Anruf verzögert sich. Frag den Anbieter vor Vertragsschluss, ob er direkt an dein CRM liefern kann.

Bei eigenen Formularen geht es ohne Umweg. Casalead legt Anfragen über die offiziellen APIs als Adresse in onOffice oder als Kontakt in Propstack an, mit Name, Kontaktdaten, Immobilien-Adresse, Bewertungsdaten und Quelle-Tag in den Standard-Feldern. Pro Widget wählst du, ob du jeden Lead erst prüfst und dann übergibst (Semi-Auto) oder ob er sofort im CRM landet (Full-Auto). Der CRM-Sync ist ab Paket Pro enthalten, für onOffice brauchst du eine API-Lizenz. Details stehen unter CRM-Anbindung.

Nächster Schritt

Erst zählen, dann entscheiden.

Schreib auf, woher deine Vermittlungsaufträge der letzten zwölf Monate kamen und was jede Quelle gekostet hat. Wenn eigene Leads in der Liste fehlen, kannst du das Bewertungs-Widget kostenlos im Free-Paket testen.

Immobilien-Leads · FAQ

Was Makler zu Leads typisch fragen.

Öffentliche Preislisten sind selten. Leadsagentur.de, ein Anbieter, der selbst Leads verkauft, nennt auf seiner Seite für Immobilienmakler 35–120 € für einen Verkäufer-Lead (abgerufen im Oktober 2026). Für deine Entscheidung zählt der Preis pro Auftrag: alle Kosten einer Quelle geteilt durch die Aufträge, die daraus entstanden sind.

Luis Braun, Immobilienmakler und Gründer von Casalead
Über den Autor
Luis Braun

Immobilienmakler und Gründer von Casalead. Schreibt aus der Praxis, nicht aus dem Marketing-Lehrbuch, über Eigentümer-Akquise, Tools und das, was im Makleralltag wirklich funktioniert. Mehr über Luis →

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